Geschichte des Deutschen Werkbundes Saarland e.V.

Am 18. Oktober 1957 wurde der Deutsche Werkbund Saarland in der damaligen Schule für Kunst und Handwerk, der heutigen Hochschule der Bildenden Künste gegründet. Gründungsmitglieder waren: die Architekten Gerhard Freese und Walter Schrempf, die Künstler und Designer Wolfram Huschens, Peter Raake, Robert Sessler und Prof. Otto Steinert sowie der Stadtplaner Dr. Hans Krajewski.

 

Vor allem wohl wegen der besonderen politischen Situation des heutigen Saarlandes nach beiden Kriegen und der damit verbundenen kulturellen Isolation von Deutschland, formierte sich der Werkbund hier erst zu diesem späten Zeitpunkt, obgleich bis zum 2.Weltkrieg und unmittelbar danach immer wieder Werkbundmitglieder im Lande tätig waren. Um nur einige zu nennen: Das Gründungsmitglied Peter Behrens baute bereits 1905-1907 auf dem Saarbrücker Triller die Villa Obenauer, der Stadtbaumeister von St. Johann, Wilhelm Franz, wurde nach seiner Berufung auf eine Professur in Berlin Mitglied, Stadtbaumeister Dr. Julius Ammer gehörte dem Werkbund ebenso an wie Hans Herkommer, der Architekt von St. Michael in Saarbrücken oder der Becker-Brauerei in St. Ingbert. Der zeitweilige Vorsitzende des Deutschen Werkbundes Hermann Gretsch arbeitete auch für Villeroy und Boch. Und von 1949-53 baute Hans P. Koellmann das barocke Waisenhaus am Ludwigsplatz wieder auf, erweiterte es zur Schule für Kunst und Handwerk, deren Bauklasse er damals leitete.

 

Unmittelbarer Auslöser für die Gründung des saarländischen Werkbundes 1957 waren Angriffe rechtsgerichteter Heimatbünde gegen die Ankaufspolitik des damaligen Museumsleiters Dr. Rudolf Bornschein, der bald auch in den Werkbund berufen wurde.

Die geplante Eingliederung der "Schule für Kunst und Handwerk", aus deren Reihe sich die meisten Gründungsmitglieder rekrutiert hatten, in eine "Meisterschule des Handwerks" fand 1958 den Widerspruch auch des Werkbundes. Sie blieb zunächst als "Werkkunstschule" erhalten - seit 1961 nur noch in reduzierter Form - und ging später als Fachbereich Design in der Hochschule für Technik und Wirtschaft auf. 1989 wurde eine neue Hochschule für Bildende Künste gegründet. Auch deren Geschichte ist eng mit dem Werkbund verflochten. Viele Professoren waren und sind Mitglieder, der langjährige Vorsitzende des Werkbundes e.V., Lucius Burckhardt, gehörte der Gründungskommission der neuen Hochschule an.

1977 erinnerte eine von Werkbundmitgliedern zusammengetragene Wanderausstellung an die "Schule für Kunst und Handwerk Saarbrücken 1946 bis 1958".

 

Von engen Kontakten zum Saarländischen Rundfunk zeugen noch heute zwei Filme: "Neue Musik", unter der Regie von Manfred Heikhaus schon in den sechziger Jahren entstanden, gibt einen Einblick in das Schaffen des Komponisten Heinrich Konietzny. Der Maler Max Mertz setzte die Töne um in farbige Bild-Melodien. Und zum 70.Geburtstag des Deutschen Werkbundes e.V., 1977, drehte Marlene Franz den Film "Sofakissen und Städtebau - Der Deutsche Werkbund zwischen Kunst und Industrie".

Die Vorsitzenden des Deutschen Werkbundes Saarland e.V.

1958 Dr. Hans Krajewski

1958 Wolfram Huschens

1964 Dr. Hans Krajewski

1967 Albert Dietz

1972 Gerhard Freese

1976 Wolfram Huschens

1977 Hans Rollmann

1980 Jo Enzweiler

1988 Henning Freese

1991 Johann-Peter Lüth

1998 Marlen Dittmann