„Lachen ist (nicht!) verboten”

Am 21.10.2015 fand die -warscheinlich- weltweit einzige Veranstaltung zu Ehren des 100. Todestages des Dichters, Philosophen, Erfinders und Phantasten Paul Scheerbart mit einem anspruchsvollen Programm vor zahlreichen Gästen im VorOrt-Laden in Dessau statt.
Eine umfangreiche Ausstellung zum Leben und Wirken Scheerbarts wurde durch Filmprojektionen, Sound-und Musikbeiträge verschiedener Musiker (F. Röske, H. Mertens, Ch. Weichholdt), einen Vortrag (J. Krausse), eine Improvisation von Scheerbart-Gedichten, vorgetragen vom Schauspieler Felix Defér, sowie eine beeindruckende Sprech-und Musikperformance von Käthe Kruse und ihren Töchtern begleitet.
Die Besucher kamen in einer orientalisch gestalteten Shisha-Bar miteinander ins Gespräch.

Autoren: DOKUteam FB Design

Event zum 100.Todestag von Paul Scheerbart, 21.10.2015 in Dessau

Am 21. Oktober 2015 ab 19 Uhr veranstaltet der Deutsche Werkbund Sachsen-
Anhalt e.V. mit Sitz in Dessau, anlässlich des 100. Todestages Paul Scheerbarts
ein multimediales Event bei dem es gelingen soll, an einen bedeutenden
deutschen Literaten, Visionär und Phantasten zu erinnern sowie einigen seiner
Ideen, seiner Poesie und seinen Einfluss auf die verschieden Künste seiner Zeit
ein Podium zu bieten und in vielfältiger Art und Weise zu inszenieren.
Ein Veranstaltungshöhepunkt wird eine Performance der Berliner Künstlerin Käthe Kruse sein.

 

21. Oktober 2015
ab 19:00
VorOrt-Laden
Ratsgasse 1
Dessau

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Exkursion nach Magdeburg, Juni 2015

2019 wird die Landeshauptstadt Magdeburg ihre Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 einreichen - Anlass für eine Exkursion des Deutschen Werkbundes Sachsen-Anhalt im Juni 2015 nach Magdeburg. Das Interesse galt AkteurInnen und Initiativen, die maßgeblich bei der Entwicklung von Kunst und Kultur der Stadt mitwirken: Norbert Pohlmann, Geschäftsführer vom Forum Gestaltung (privater Kunst- und Kulturverein), ansässig in der ehemaligen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg (1793 bis 1963) sowie Prof. Renate Girmes, Initiatorin und investive Aktive von 'InnoPolis', einem Wohn-, Arbeits-, Lern-, Bildungs- und Gartenraum im Magdeburger Stadtteil Buckau.

Seit seiner Gründung 2005 wartet das Forum Gestaltung mit vielfältigen, auch internationalen kulturell-künstlerischen Projekten (z.B. Aufarbeitung Deutsche Theaterausstellung 1927), Veranstaltungen und Ausstellungen auf. Für den Zeitraum der Kulturhauptstadtbewerbung wirkt das Forum Gestaltung als Kreativlabor.
http://forum-gestaltung.de/

Das Projekt 'InnoPolis' vereint nicht nur die Entwicklung unterschiedlicher Wohnformen mit dem Anspruch von zentrumsnahen, grünen und ökologischem Bauen, sondern setzt neue Akzente im Bereich ganzheitlicher Bildung und Forschung, verschiebt dabei Atmosphären und transformiert und erneuert so Stadtteilkultur.
http://www.irgendwo-nirgendwo.de/stadtrat-bremst-girmes-aus/

Am Schluß der Exkursion wurde der "Dingweg" in Magdeburge-Buckau besichtigt.

Fotos: Werkbund Sachsen-Anhalt e.V.

Foto 1 - zu Gast im Forum Gestaltung Magdeburg, vor einem Nachbau des Bruno-Taut-Kiosk des Künstlers Stefan Wewerka (Original B. Taut, 1921)
Foto 2 - zu Gast auf der Stadtbrache und zukünftigen Gelände von "InnoPolis in Magdeburg-Buckau

Exkursion nach Halle-Neustadt, Oktober 2014

2014 jährt sich die Grundsteinlegung Halle-Neustadts zum 50. Mal. Aus diesem Anlass besuchte der Deutsche Werkbund Sachsen-Anhalt im Oktober 2014 eine umfangreiche Ausstellung in der Neustädter Passage. Einen faszinierenden Überblick über die Ausmaße der ursprünglich eigenständigen und kreisfreien Stadt bot der Besuch im Skyline-Cafè, das sich in der 18. Etage eines der 5 Scheibenhochhäuser befindet. Ein kleiner Spaziergang führte die Gruppe im Anschluss zu einem architektonischen Höhepunkt: dem mit 380 m längsten Wohnblock der DDR.

(Quelle: www.halle.de vom 17. Oktober 2014)

 Foto: S. Giegler

Jahresausstellung der Stiftung Bauhaus Dessau „Dessau 1945 - Moderne zerstört. Mit Fotografien von Henri Cartier-Bresson“

Im August 2014 traf sich der Werkbund Sachsen-Anhalt um die Jahresausstellung der Stiftung Bauhaus Dessau „Dessau 1945 - Moderne zerstört. Mit Fotografien von Henri Cartier-Bresson“ zu besuchen. Die Ausstellung widmete sich der Stadt Dessau in den Jahren nach Machtübernahme durch die Nationalsozialisten bis zur „Stunde Null“ und zeigte das ambivalente Erbe der Moderne in der ehemaligen Residenz-, Bauhaus- und Gauhauptstadt. Philipp Oswalt, bis März 2014 Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, konzipierte und kuratierte die Ausstellung. Co-Kuratorin Sandra Giegler, 1. stellvertretende Vorsitzende des DWB Sachsen-Anhalt, führte die Gruppe durch die Ausstellung.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog im Verlag Spector Books erschienen.

(Quelle: https://www.bauhaus-dessau.de vom 1. September 2014)

Foto: H. Mertens

Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, August 2014

Eine Exkursion im August führte zur KZ-Gedenkstätte MIttelbau-Dora bei Nordhausen. Das KZ wurde 1943 gegründet. Bereits im Vorfeld wurde die Raketenproduktion von Peenemünde nach in den Kohnstein verlagert.  Zwischen August 1943 und März 1945 wurdenca. 60.000 Häftlinge in das Lager verschleppt. Im April 1945 wurde das Lager Dora mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen in Nordhausen befreit.
(Quelle: www.buchenwald.de vom 15. August 2014)

Bestandteil des Besuchs waren die Besichtigung des Museums, des Außengeländes und der Stollenanlage sowie die Sichtung des neuen Dora-FIlms im dortigen Kinosaal und die Sonderausstellung "Zug der Gefangenen" mit Zeichnungen von Heinz Scharr.
Organisiert wurde die Exkursion von Jens-Uwe Fischer

Besuch der Frankeschen Stiftungen Halle, Dezember 2013

1698 als pietistisches Sozial- und Bildungswerk von August Hermann Francke gegründet, gilt die Schulstadt u.a. in den Bereichen Pädagogik, Armenbildung und -versorgung als Vorzeigeprojekt sowie als einzigartiges Beispiel sozialer und pädagogischer Zweckarchitektur. Das Langhaus ist mit 110m die größte Fachwerkkonstruktion Europas. Die Wunderkammer ist der älteste bürgerliche Museumsraum in Deutschland.

(Quelle: www.francke-halle.de vom 15. Dezember 2013)

 Foto: S. Giegler

Exkursion zur Knarrbergsiedlung Dessau-Ziebigk, Juni 2013

Im Juli 2013 führte eine Exkursion in die von Leopold Fischer und Leberecht Migge gestaltete Knarrbergsiedlung in Dessau-Ziebigk. Die Siedlung befindet sich in unmittelbarer Nähe der Elbe und des von Carl Fieger gestalteten Kornhauses. Sie wurde zwischen 1926-1928 als Eigenheimsiedlung im Auftrag des Anhaltischen Siedlerverbandes errichtet. Jedes der 183 Häuser verfügt bis heute über einen Nutzgarten. Fischer wer Schüler von Adolf Loos und passte dessen Konzept der Gartensiedlung an die Dessauer Gegebenheiten an. Leberecht Migge aus Worpswede gestaltete sogenannte „industriealiserte“ Gärten. Zusammen schufen sie eine Reihenhaussiedlung  die als „Selbstversorger-Siedlung“ bekannt wurde und ein Alternativprojekt zur Siedlung Dessau Törten des Bauhauses darstellt.

 Foto: U. Gellert

Zur Neugründung des Landesbundes Sachsen-Anhalt

Mit der Versammlung der Initiativgruppe Werkbund Sachsen-Anhalt wurde am 19. Februar 2013 die Gründung des Landesbundes Werkbund Sachsen-Anhalt mit Sitz in Dessau vorbereitet.

Am 13. April 2013 erfolgte die Aufnahme des Landesbundes Werkbund Sachsen-Anhalt durch die Mitgliederversammlung des Deutschen Werkbund e.V. in Saarbrücken.

 

Vertreter des Werkbunds Sachsen-Anhalt zusammen mit dem Vorstand des DWB e.V.

Die Arbeitsfelder

1. Aus der Beobachtung kaum vorhandener Wertschätzung von Gestaltung ist das Verhältnis von Kunst, Handwerk, Industrie und Gewerbe im Hinblick auf die Öffentlichkeit und das breite Publikum neu zu überdenken. Hier sind die Bildungseinrichtungen insbesondere gefordert, im Zusammenwirken mit der Wirtschaft und den Gebietskörperschaften ein neues Bewusstsein zu entwickeln.

2. Es gilt eine Lücke zu füllen hinsichtlich der Bedeutung der Region für den Deutschen Werkbund in Geschichte und Gegenwart. Sachsen-Anhalt besteht zurecht darauf, als ein Land der Moderne zu gelten. Allerdings sind hier viele der spannungsreichen Beziehungen von Kunst und Industrie, aber auch von moderner Bewegung und "Heimatschutz" nicht aufgearbeitet. Neben dem Bauhaus sind andere bedeutende Ausbildungsstätten für Gestalter zu berücksichtigen wie die Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule und selbstverständlich die Burg Giebichenstein in Halle.

3. Der Frage ist nachzugehen, ob und ggf. wieweit die Werkbundideen trotz der nicht erfolgten Wiedergründung des Werkbundes in der DDR Spuren hinterlassen haben. Über biographische Zusammenhänge hinaus sind etwa die Einrichtung des Amtes für industrielle Formgestaltung oder auch das Programm der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein Halle von 1958 darauf zu befragen. Inwieweit sind bestimmte Merkmale der DDR Produktkultur von Werkbundkonzepten beeinflusst?

4. In Sachsen-Anhalt sind sowohl der Prozess der Industrialisierung wie auch der De-Industrialisierung besonders brutal und schockartig verlaufen. Durch das ganze 20. Jahrhundert hat die Bevölkerung Erfahrungen mit Brüchen und Umbrüchen gemacht. Über lange Zeiträume hat sie lernen müssen, mit Neuanfängen und vor allem mit Mangelsituationen fertig zu werden. Subsistenz- und Mangelwirtschaft haben sich im Umgang mit Ressourcen und Dingen niedergeschlagen. Ist aus diesen Mustern etwas für heute zu lernen?

5. Sachsen-Anhalt umfasst Gemeinden und Gebiete mit der dramatischsten Abnahme der Bevölkerung in Deutschland. Dieses "schrumpfende Städte" Phänomen verlangt nach neuen Konzepten der Entwicklungsplanung. Ein Ansatz jenseits des üblichen Stadtmarketings ist die in der Region modellhaft entwickelte "aktivierende Stadtentwicklung". Sie geht von Situationen aus, die für die Planungsinstanzen und Verwaltungen unlösbar sind und nur über Initiativen in Bewegung gebracht werden können.

6. Während das Bauhaus in Dessau viele Besucher aus dem In- und Ausland anzieht, sind selbst Einheimischen andere Orte der Moderne in Sachsen-Anhalt nahezu unbekannt. Beispielsweise die Werksssiedlung Piesteritz von Schmitthenner und Salvisberg, die Großsiedlung für die Leuna-Werke in Bad Dürrenberg von Klein und Gropius, Zollingers Lamellenkonstruktionen in Merseburg, die Junkerswerke in Dessau, die Knarrbergsiedlung von Fischer und Migge usw. Dieses Erbe muss erschlossen und ins allgemeine Bewusstsein gehoben werden.

7. Spätestens mit der Einrichtung von Promotionsstudiengängen Design an einzelnen Universitäten und Akademien in den letzten Jahren ist eine Klärung des Verhältnisses von Design zu den Wissenschaften erforderlich. Der wachsenden Bedeutung von Design für die Wissenschaft (u.a. dokumentiert im Exzellenz Cluster "Bild, Wissen, Gestaltung" der HU Berlin) steht eine begreifliche und z.T. berechtigte Skepsis der Gestalter gegenüber. Dennoch müssen überzeugende Antworten auf die Fragen nach einer genuinen Designforschung ebenso wie nach einem produktiven Verhältnis von Wissen und Können in den entwerfenden Disziplinen gefunden werden.

Sitz des Werkbundes Sachsen-Anhalt

Geschäftsstelle des Werkbunds Sachsen-Anhalt

Sitz des Werkbundes Sachsen-Anhalt und damit der Geschäftsstelle wird das Vor-Ort-Haus, Wolfgangstraße 13 in Dessau sein. Zu den Vorzügen des Gebäudes gehört das große Raumangebot, so dass nicht nur die Geschäftsstelle selbst, sondern auch Räume für Mitgliederversammlung und Aktivitäten wie z.B. Vorträge und Workshops im Haus und im dazugehörigen Garten Platz finden.

Aktivitäten

Für die eigentliche Gründungsphase ist an einen monatlichen internen jour fix gedacht zur Erarbeitung eines konkreten Arbeitsprogramms. Weitere Aktivitäten wie z.B. Veranstaltungen mit Gästen (Vorträge und Podiumsdiskussionen), Ausstellungen, Präsentationen, Exkursionen, Spaziergänge und Publikationen werden folgen.

Mitglieder der Initiative Sachsen-Anhalt

Umfeld und Vereine der Region

Im regionalen Umfeld des zur Gründung vorgeschlagenen Werkbund Sachsen-Anhalt agiert eine Vielzahl von Vereinen, Fördergruppen und Stiftungen. Besonders die Stadt Dessau weist dabei eine hohe Dichte an kunst- bzw. designorientierten Organisationen auf. Zu diesen zählen zu allererst die Stiftungen Bauhaus Dessau und Dessau-Wörlitzer Gartenreich, der Kreis der Freunde des Bauhauses e.V., der bauhaus-verein e.V., der Verein Meisterhäuser e.V., der Junkersverein, der in Dessau gegründete, jedoch in ganz Deutschland tätige Verein Docomomo, der Anhaltische Kunstverein e.V., die Initiative Dessauer Leuchttürme für Bildung und Kultur, der Verein der Freunde der Hochschule Anhalt-Dessau e.V. usw. Außerdem zu nennen wären so wichtige Institutionen wie die Hochschule Anhalt selbst, das Umweltbundesamt, das Anhaltische Theater und die Kurt-Weill-Gesellschaft sowie die Anhaltische Gemäldegalerie im Schloss Georgium.

In der nahegelegenen Stadt Halle (Saale) befinden sich ebenfalls relevante Institutionen. Zu erwähnen wären da die Werkleitz Gesellschaft e.V., die sich vorrangig um die Förderung und Realisierung von Medienkunstprojekten bemüht, der Freundes- und Förderkreis der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle e.V., der Kunstverein "Talstraße" Halle an der Saale e.V. und die Landesgalerie Moritzburg mit ihrer großen Sammlung der Klassischen Moderne.

Die Landeshauptstadt Magdeburg bietet mit ihren Hochschulen und dem umfangreichen baulichen Erbe des Stadtbaudirektors Bruno Taut ebenfalls diverse Ansatzpunkte für die Werkbundarbeit.

Arbeitsgebiet des Werkbundes Sachsen-Anhalt