Wiesionen, Lörrach

von Yvonne Endes / Hans Güdemann

 

Seit der Regulierung der Wiese Ende des 19. Jahrhunderts ist der Fluss in Lörrach aus dem Stadtbild und damit auch aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden. Er soll nun ökologisch aufgewertet und als Naherholungsraum wieder erlebbar werden, so dass eine neue Lebensgemeinschaft zwischen Stadt und Fluss entstehen kann.

Aber nicht nur die Renaturierung selbst, sondern vor allem auch die Qualität der Projektentwicklung ist dabei vorbildlich und soll durch das Werkbund Label gewürdigt werden.

 

Ausgangspunkt war ein Hochwasserereignis 1999, das den Architekten Gerhard Zickenheiner zu einer Studie veranlasste, die sowohl eine naturnahe Gestaltung als auch die Integration der Wiese im Stadtgebiet Lörrachs untersuchte.

Die Machbarkeit wurde durch die Gewässerdirektion 2002 festgestellt, und trotz großer Akzeptanz von Seiten der Stadt stand leider – wie so oft für Umweltschutzprojekte – kein Geld für die Umsetzung zur Verfügung.

 

Daraufhin entwickelte eine kleine Arbeitsgruppe ab 2004 aus der vorliegenden Studie ein neues Profil, das Wiesionen deutlich von anderen Renaturierungsmaßnahmen unterscheiden sollte.

 

Der erste Bauabschnitt wurde in Teilprojekte zerlegt, denen jeweils ein umweltunabhängiger Mehrwert als eine Art Alleinstellungsmerkmal zugeordnet wurde.

 

Bis im Frühjahr 2007 mit den Umbauarbeiten am Fluss begonnen werden konnte, musste allerdings noch viel Engagement von Seiten der Initiatoren eingebracht werden, um Partner und Sponsoren zu gewinnen, Netzwerke und Allianzen zu schaffen und damit eine Anschubfinanzierung sicher stellen zu können.

 

2006 übernahm die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner die Schirmherrschaft für die Realisierung von Wiesionen, verbunden auch mit einer beachtlichen Fördersumme.

 

Projektträger ist die Bürgerstiftung Lörrach, die heute durch Gisela Talke vertreten ist und Wiesionen zusammen mit Gerhard Zickenheiner präsentieren wird.

 

Wiesionen unterscheidet sich von vergleichbaren Renaturierungsprojekten durch ausdauerndes bürgerschaftliches Engagement, Unweltbildung und Umweltkommunikation sowie grenzüberschreitende Zusammenarbeit und wird deshalb mit dem Werkbund Label 2008 ausgezeichnet.

 

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