Geld bewegt, Geist beflügelt – die urbane Zukunft. Am Beispiel der Metropole Frankfurt am Main

Werkbundtag 2001 in Frankfurt, im Auditorium der Commerzbank AG

Ausgerichtet vom Deutschen Werkbund e.V. und dem Werkbund Hessen

29. und 30. Juni 2001

 

Eine Balance zwischen Geist und Geld wird gegenwärtig oft vermisst. Ausufernde Stadtlandschaften, kaum durchschaubare Kapitalströme und anhaltende Migration bestimmen heute in hohem Maße die sozio-ökonomische Wirklichkeit unserer Städte. Sie erzeugen Verunsicherung bis hin zum Identifikationsverlust. Sie eröffnen aber auch Chancen. Diese zu finden, war ein Ziel des Werkbundtages.

 

„In der Forschung, in der Wirtschaft, im Ausgleich sozialer Probleme, in der Wiedergutmachung und Verhinderung ökologischer Schäden, in der qualifizierten Umweltgestaltung, überall bedarf es des Geldes, um Kreativität und Innovation, Kultur und Wissenschaft in die Lage zu versetzen, zu beflügeln, das heißt, eine Gesellschaft zur Entwicklung von Qualität zu befähigen, zu neuen, intelligenten, ästhetisch hochstehenden und gerechten Problemlösungen“ sagte Jochen Rahe in seiner Einführung zu den drei Gesprächsrunden, die den zweiten Tag bestimmten.

Doch am Tag zuvor hatten bereits Klaus-Peter Müller, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank AG, Ingeborg Flagge, Direktorin des DAM und der Giessener Soziologe Reimer Grönemeyer Auskünfte zum Thema Geld und Kultur erteilt und darüber diskutiert. Die Gesprächsrunden des zweiten Tages konzentrierten sich auf drei ausgewählte Gruppen: Investoren, Neue Medien und Migraten. Sie werden für die zukünftige Stadtentwicklung eine wichtige Rolle spielen und mit ihren spezifischen Forderungen und Anforderungen als richtungsbestimmende Wegweiser angesehen. Der DWB erhoffte sich neue Orientierungspunkte und eine differenzierte Sichtweise zu aktuellen Themen.

So wurden von den Gesprächspartnern der ersten Runde Aussagen zur Frage „Investoren – die großen Unbekannten. Stadtplanung und Architektur im Dienst anonymer Bauherren?“ verlangt. In der zweiten Runde diskutierte man über „Die neuen Medien: Einmischung / Teilhabe per Internet – die etwas andere Stadtkultur“. Und schließlich beschäftigte sich die dritte Gesprächsrunde mit „Migranten – gelitten auf Zeit oder Bürger auf Dauer?“ Doch das eigentliche Leitthema „Geld und Geist“ kam in keiner Runde so recht zur Sprache, wohl auch, weil Geld grundsätzlich zu gar nichts verpflichte, wie Klaus-Peter Müller erklärt hatte schon gar nicht zum moralischen, gesellschaftlich verantwortungsbewussten und sozialtauglichem Handeln.

 

Einiges ist nachzulesen in werkundzeit 2, 2001.

 

 

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